Was kann ich tun, wenn ich bemerkt  habe, dass Angst oder Panikattacken meinen Alltag bestimmen?

 

 

Natürlich merkt es der Betroffene selber. Natürlich spürt er, dass etwas aus dem Gleichgewicht zu geraten scheint. Immer mehr.  Anfangs übermannt von den ersten Panikattacken oder Angstgefühlen, die sich scheinbar grundlos und mächtig einstellend präsentieren, versucht er Erklärungen  zu finden.

Und die finden sich. Zu wenig Schlaf, private Probleme oder Streß im Arbeitsleben, eine Grippe oder ähnliche Erlebnisse sorgen zunächst für eine beruhigende Erklärung. Aber oftmals ist das nur ein Versuch. Die Panikattacken häufen sich. Der Betroffene verbindet sie mit Orte, an denen er sie erlebte und beginnt die Angst vor der Angst zu entwickeln. Das Vermeidungsverhalten hat begonnen.

Oft versucht er über diese Erlebnisse mit seinen Mitmenschen zu reden. Zumeist zunächste ist es die Famiie oder der Lebenspartner, vielleicht auch die beste Freundin oder der beste Freund. Viele zeigen ein "offenes" Ohr und zeigen Aufmerksamkeit. Nur die Mächtigkeit von phobischen Zuständen oder einer Angststörung wird oft unterschätzt. Sie kann nicht so einfach gestreichelt werden oder "weggeredet".

Kompliziert wird es, wenn der Betroffene beginnt sich vom Alltag oder von den Unternehmungen zurückzuziehen. Hier entstehen nicht selten zusätzliche Probleme. Die Menschen um den Phobiker finden nicht selten folgende Worte wie: " Reiß Dich zusammen oder Du musst nur kämpfen!"  und sorgen so für ein Unverständnis des von Angst dirigierten Menschen, was den Rückzug aus einem sozialen Umfeld  noch eher verstärkt.

Was also tun?

Der Betroffene muss in der Regel verstehen, dass er sich in den seltensten Fällen alleine aus diesem Teufelskreis bekommen kann. Natürlich weiß er, dass diese Angst nur "Angst" ist. Er hat auch verstanden, dass er sicher nicht bei einer Panikattacke und möge sie auch noch zu schlimm sein, sterben muss. Aber die Angst manifestierte sich immer mehr. Erklärungen findet er oftmals selber nicht mehr. 

Er glaubt, dass er diese Zustände bekämpfen müsse. Er müsse lernen sie auszuhalten. Und je intensiver er sich unter Druck setzt, desto mehr Niederlagen sammelt er ein. Vielleicht hat er hier und da ein "Erfolgserlebnis", dass ihm kurz eine Zuversicht schenkt, aber sie löst nicht die Befreiung von der dirigierenden Angst aus.

"Schaffe ich das?" Bevor ich mich, als Phobiker, in eine gefürchtete Situation gewagt hätte, habe ich alles an Möglichkeiten durchkalkuliert und abgewogen. Was kann ich tun und wie kann ich schnell fliehen? Wo sind meine Hilfsmittel?  Und schon habe ich übermächtig der Angst wieder den Stab in die Hand gegeben und "verloren".

Das Verstehen, dass auch Hilfsmittel ledliglich ein zusätzliches "Füttern" der Angst ist, ist eine kluge Erkenntnis eines Phobikers.

Was muss ich also verstehen? Und vor allem wie kann ich das erreichen?

Die Angst und ihre Akzeptanz - Was ist meine Angst?

Ich rate allen Betroffenen oder Menschen, die von Angst und Panik gepeinigt sind auf jeden Fall zu ihrem Hausarzt zu gehen und dort über das Problem zu sprechen. Zumeist wird er eine Überweisung zu einem Facharzt erhalten. Für den einen oder anderen vermag eine kurzzeitige Medikation von Nöten sein, aber ich stehe diesem sehr kritisch gegenüber. Meiner Meinung nach wird die Angst lediglich durch ein weiteres Hilfsmittel "gefüttert". Wichtig ist nun eine Therapieform anzuschlagen, deren Kernpunkt es sein sollte, dass der Patient versteht, was mit ihm geschieht. Er sollte die erlernten "Angst-Gedankenstrukturen" verstehen, aber sich auch über sein eigenes Verhalten klar werden. Das ist mit HIlfe einer geeigneten Therapieform auf jeden Fall zu schaffen und kann den Betroffenen von seinen Angst befreien.