AGORAPHOBIE - PANIKSTÖRUNG

Die Panikstörung zählt zur Gruppe der Angststörungen. Die Betroffenen leiden unter plötzlichen Angstanfällen oder Panikattacken, ohne dass objektiv gesehen eine reale Gefahr besteht. Diese Panikattacken stellen eine extreme körperliche Angstreaktion („Bereitstellungreaktion“) aus scheinbar heiterem Himmel dar, die die Betroffenen als extreme Bedrohung ihrer Gesundheit erleben.

Der Körper bereitet sich mit erhöhter Adrenalin-Ausschüttung blitzschnell auf eine Kampf-/Fluchtreaktion vor. Etwa ein bis vier Prozent der Bevölkerung erkranken im Laufe ihres Lebens an einer Panikstörung. In der Regel befindet sich der Mensch in Situationen von Überforderung, Stress, etc.. wenn er einen ersten Panikanfall erlebt.

Das Alter, in dem das geschieht, ist unterschiedlich. Häufig ist der Betroffene noch ein junger Erwachsener.

Die Angst äußert sich oft in Gedanken plötzlich zu sterben oder der Vorstellung, verrückt zu werden. Körperliche Reaktionen bei der Panikstörung sind unter anderem Atemnot, Engegefühle in der Brust, Herzrasen oder -stolpern, gelegentlich auch Herzschmerzen, Zittern, Schweißausbrüche, Taubheitsgefühle oder Kribbeln, Übelkeit und andere Beschwerden.

In der Regel bessern sich die Symptome analog zum Adrenalin-Abbau nach etwa 15 bis 20 Minuten. Psychische Symptome der Panikstörung sind Schwindelgefühle, Derealisation und Depersonalisation, Angst vor Kontrollverlust, verrückt zu werden oder "auszuflippen" und die Angst zu sterben. Das Auftreten vereinzelter Panikattacken im Leben stellt an sich noch keine Erkrankung dar.

Erst wenn mehrere Panikattacken im Monat auftreten und sich vermehrt eine „Angst vor der Angst“ – die sogenannte Erwartungsangst – entwickelt, diese über einen längeren Zeitraum anhält (mindestens 1 Monat) und zu Beeinträchtigungen im täglichen Leben führt, spricht man gemäß den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO, ICD-10) von einer Panikstörung.

Die Angst davor, plötzlich eine Panikattacke zu erleben in einer Situation, der man nicht schnell entfliehen kann oder wo keine Hilfe verfügbar ist, führt häufig dazu, dass Betroffene beginnen, enge Räume, Menschenansammlungen oder weite Reisen zu vermeiden.

In schweren Fällen können sie die eigene Wohnung nicht mehr allein verlassen und es führt zu einer teilweise schweren, sozialen Abgrenzung mit neuen Problematiken.

Das Vermeidungsverhalten bezeichnet man als Agoraphobie. Etwa 3,5 Prozent bis 4,7 Prozent aller Menschen erkranken in ihrem Leben an einer Panikstörung. Das geschieht in der Regel zwischen dem 15. und 24. Lebensjahr, kann jedoch - insbesondere bei Frauen - erst im dritten oder vierten Lebensjahrzehnt ausbrechen.

Frauen sind häufiger von der Störung betroffen, als Männer. Wie eine
Studie ergab, nimmt die Prävalenz in jüngeren Generationen zu. Es dauert in Einzelfällen Jahre bis die Störung richtig diagnostiziert wurde/wird.

Betroffene haben in der Regel kaum Anlaufstellen, da das Thema medial und gesellschaftlich weiterhin sehr tabuisiert wird. Angehörige, die durchaus mitbetroffen sind werden selten in den Therapieverlauf mit einbezogen!